Begeisterung

Wie Begeisterung ihre Unternehmenskultur beflügelt

Vor einiger Zeit übertrug die NASA Live-Bilder von der ISS. Sie zeigten die stillen Erdumrundungen der Raumstation. Mehrmals ging in dem HD Videostream die Sonne auf und wieder unter. Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergängen lag der Planet im Schatten, schwach erleuchtet vom Licht der Zivilisationen. Diese Übertragung faszinierte und begeisterte mich. Irgendwo ganz weit da unten auf der Erde war ich und schaute quasi auf mich selber herab.

Wovon lebt die Kultur eines Unternehmens? Für mich gibt es darauf eigentlich nur eine Antwort. Begeisterung und die Fähigkeit sich begeistern zu können. Aber was ist Begeisterung eigentlich? Ich finde ein Mensch ist begeistert, wenn für ihn oder sie etwas unerwartetes passiert. Etwas passiert, was einen Kontext oder eine Beziehung herstellt zur Frage „Warum bin ich hier?“. Eine Beziehung zum eigenen Dasein.

Zum Beispiel sind Astronauten begeistert, wenn sie das erste Mal die Erde aus dem Orbit sehen. 2014 schlug der Deutsche Astronaut Alex Gerst vor, die politischen Führer eines jeden Landes sollten die Erde aus dem All betrachten. Ihre Begeisterung, so seine Annahme, würde dazu führen, dass so manche Dinge, wie zum Beispiel Klimaziele, konsequenter vorangetrieben würden.

Für echte Begeisterung muss aber nicht gleich ein Flug mit SpaceX gebucht werden. Begeisterung liegt in vielen Dingen, die uns eine neue Perspektive vermitteln. Die uns einen Gedankengang eröffnen, an den wir bislang selber noch nicht dachten. Begeisterung sorgt für Einsicht. Meist entsteht Begeisterung, wenn alltägliche Dinge in neuer Art miteinander verbunden werden. Etwa eine Treppe, welche mit ihren Stufen in ein Klavier umfunktioniert wird.

Damit ist Begeisterung eng verbunden mit Kreativität. Die Kreativen sind es, die mit ihren Ideen letztendlich immer wieder für Begeisterung sorgen können.

Das Video zeigt die MSC Magnifica, wie sie beim Hafenfest in Hamburg einläuft. Statt einfach mit dem Schiffshorn die Menge am Ufer zu grüßen, so wie es alle Schiffe tun, überlegte sich der Kapitän etwas besonderes. Verschiedene Schiffhörner auf dem Deck spielten den Refrain des Songs „Seven Nation Army“ von den White Stripes und versetzten damit die Besucher des Hafenfests in Begeisterungsstürme. Wo sieht und hört man so etwas schon? Schon vor einiger Zeit sah ich das obige Video und obwohl ich nicht vor Ort war, ging es mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf.

Begeisterung ist zusätzlich mit einer positiven Grundeinstellung verbunden. Das zeigt auch eine Suche nach Synonymen auf Woxikon. Enthusiasmus, Schwung, frohe Stimmung und Arbeitsfreud werden hier aufgeführt. Begeisterung ist eine Art von Katalysator für positive Stimmung. Wenn ich es als Teamleiter, Vorgesetzter, Projektleiter schaffe meine Mitstreiter zu begeistern, wird das Arbeitsklima von positiven Schwingungen geflutet. Eine positive Grundeinstellung hilft uns gleichzeitig Herausforderungen im Alltag oder im Beruf als Möglichkeiten zu sehen. Stress weicht Flow.

Wichtig allerdings ist sich von Ängsten und Sorgen frei zu machen. Was werden wohl die Kollegen zu meiner Idee sagen? Wird hinter meinem Rücken über mich gesprochen. Sind meine Vorschläge vielleicht völlig am Thema vorbei. Ist es nicht Zeit endlich mal seriös zu wirken? Meine Antwort ist ein klares „Nein!“. Wer vor der Meinung anderer Angst hat, büßt seine Kreativität ein. Kreativität ist aber unbedingt notwendig, um Menschen begeistern zu können.

Es besteht womöglich die Gefahr als eigensinnig oder abgedreht zu wirken. Diese Ansicht kommt aber meist nur von denen, die selber nicht aus ihrem Gedankengefängnis ausbrechen können. Oder es noch nie versucht haben, weil sie vielleicht zu viel Angst davor haben. Je mehr Mitarbeiter sie haben, die frei von Ängsten versuchen immer neu zu begeistern, desto stärker wird sich ihre Arbeitskultur verwandeln.

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