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Neujahrsbeitrag: Geschäftsführer und Ihre Erwartungen an 2016

Das neue Jahr hat grade begonnen und mich würde interessieren wie Geschäftsführer und Vorstände nach dem Jahreswechsel ins neue Kalenderjahr starten. Was sind ihre Ziele, Vorhaben und Inspirationen? Mich hat dabei interessiert, wie letztendlich Unternehmer einen Jahreswechsel wahrnehmen. Ist ihr Denken eher nach innen oder aussen gerichtet? Setzen sie sich Ziele und wie wollen sie diese erreichen? Ich habe daher gefragt:

Welche Erwartungen und Wünsche haben Sie aus wirtschaftlicher, fachlicher und persönlicher Sicht an das Jahr 2016 und inwiefern wird sich 2016 von 2015 unterscheiden?Kickinthepants.de

Ich freue mich auf spannende Kommentare von Dr. Thoas Bittner, Joachim Seibert, Tim Weilkiens, Thomas Eggert sowie Andreas Ollmann.

Dr. Thomas Bittner (Organomics GmbH)
Unser Thema ist ja die Transformationale Führung ( www.transformationale-fuehrung.de). Trotz ihrer 30-jährigen Historie begegne ich immer wieder Personalern, die den Begriff und den Ansatz noch nicht kennen. Ich arbeite (durch Fachartikel, Vorträge und Seminare) an der Bekanntheit des Konzeptes und gehe daher davon aus, dass 2016 die Anzahl der Freunde und Förderer der Transformationalen Führung signifikant größer sein wird als 2015. Denn unsere und die in verfügbaren Studien publizierten Ergebnisse sprechen ja für sich.

Für 2016 planen wir zudem eine eigene Untersuchung zur Führungskultur in Banken und Sparkassen. Hier wünsche ich mir freilich eine rege Teilnahme der Institute und gleichzeitig Zeit, diese Studie trotz vieler Projekte in der gebotenen Umfänglichkeit durchzuführen. – Dr. Thomas Bittner (Organomics GmbH)

Joachim Seibert (//Seibert/MEDIA GmbH)
2015 war ein ereignisreiches Jahr. Nachdem es bei uns im Dienstleistungsbereich nüchtern begonnen hatte, nämlich mit dem Wegstreichen eines großen Wartungsbudgets eines langjährigen Kunden, begannen wir die Diskussion um den Daseinszweck des Unternehmens: Wie bzw. mit was wollen wir eigentlich die Welt verbessern?

Viele gemeinsame Diskussionen und Arbeitssessions mündeten in der Formulierung einer gemeinsamen Vision: Wir wollen die Zusammenarbeit von Teams mit Hilfe von Software verbessern! Aus dieser für uns erstmalig thematischen Ausrichtung entstanden nun an vielen Stellen im Unternehmen Überlegungen, wie wir uns besser am Markt aufstellen können. Es wird das Bild des Pfirsichs geprägt (siehe Niels Pflaeging). Die Notwendigkeit cross-funktionaler Teams auch jenseits der reinen Entwicklerteams wird erkannt – die Vertriebler orientieren sich in die Teams, Berater und Entwickler rücken zusammen. Es wird diskutiert, welche Leistungen interne Teams eigentlich erbringen (sollten).

Für 2016 wünsche ich mir, dass wir diesen richtigen und wichtigen Weg erfolgreich weiter beschreiten können. Dazu hoffe ich auf die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich ggfs. aus den vorhandenen Teamstrukturen zu lösen, um neue, marktorientierte Teams aktiv mitzugestalten. Außerdem ist es mir ein Anliegen weiter an der Gemeinschaft im Unternehmen zu arbeiten. Ich wünsche mir eine offene Feedbackkultur, in der jeder jedem anderen sagen kann, was ihn gerade bewegt. Ich glaube daran, dass uns eine solche Offenheit auf eine höhere Ebene der Zusammenarbeit bringen kann.

Des Weiteren freue ich mich darauf, neben unserem erfolgreichen Produkt Linchpin nun ein weiteres neues, hoffentlich ebenso erfolgreiches Geschäftsfeld aufzubauen – „Codename Coderstack“. Frühzeitig mehrere Standbeine zu entwickeln, halte ich für sehr wichtig. 2016 verspricht ein spannendes Jahr zu werden. Ich freue mich darauf! – Jochaim Seibert (//Seibert/MEDIA GmbH)

Tim Weilkiens (oose innovative informatik eg )
Nach über drei Jahren Selbstorganisation und Genossenschaft, in der Mitarbeiter die Teilhaber des Unternehmens sind, haben wir eine hohe Reife erreicht. Meine Gedanken zwischen den Jahren sind daher weniger nach innen gerichtet, sondern mehr auf den Markt fokussiert.

Wir befinden uns mitten in der (schleichenden) vierten industriellen Revolution. Eine Revolution mit Ankündigung und doch überraschend für viele. Die Veränderungen außerhalb der Industrie durch Internet of Things bzw. Internet of Everything sind gewaltig.

Für Unternehmer eine große Herausforderung, die richtigen und mutigen Entscheidungen zu treffen. Und so richtet sich mein Blick doch wieder nach innen. Sind wir als Selbstorganisation eher mutig und offen für große Veränderungen oder verhindert die Gemeinschaft außergewöhnliche Maßnahmen? Auch wenn wir einen hohen Reifegrad erreicht haben, das Lernen und Weiterentwickeln endet nie. – Tim Weilkiens (oose innovative informatik eg)

Andreas Ollmann (MINISTRY GmbH)
Ich glaube ja nicht so sehr an die magische Kraft von Jahreswechseln. Menschen neigen dazu, Grenzen zu ziehen und zu hoffen, das vor und hinter der Grenze massive Veränderungen sind. Ich sehe alles aber eher als einen langen, ruhigen Fluss. Dass ich damit nicht ganz so falsch liegen kann, sieht man ja auch daran, dass es politisch (national, europäisch, weltweit) nach Silvester genauso schlimm weitergeht, wie es vor Weihnachten vermeintlich “aufgehört” hat. Von daher glaube ich auch nicht, dass sich 2016 massiv von 2015 unterscheiden wird. Auch nicht auf der kleinen Bühne, auf der wir so unterwegs sind.

Es werden einige Entwicklungen weitergehen, die wir schon seit längerem beobachten können. Die aus meiner beruflichen Sicht wichtigste: die Digitalisierung wird immer noch weiter voranschreiten. Weitere Unternehmen werden sich damit beschäftigen, wie sich das auf ihre Geschäftsmodelle und Abläufe auswirkt. Und vielleicht kommen deswegen auch noch mehr zu unseren monatlich stattfindenden Fireside Chats, bei denen wir uns mit dem Thema “Digitale Transformation” in allen Facetten beschäftigen…

Ich erhoffe mir, dass in diesem Zuge auch noch mehr Unternehmen erkennen, dass wir im 21. Jahrhundert eine andere Kultur in den Unternehmen brauchen. Auch und gerade in unserer Branche, aber auch darüber hinaus. Denn die digitale Transformation betrifft ja nicht nur Produkte und Geschäftsmodelle, sondern eben auch interne Abläufe und die Unternehmenskultur. Klassische, starre Hierarchien und Stab-Linien-Organisationen haben meiner Meinung nach in dieser hoch-agilen Umwelt absolut ausgedient (ich mochte sie noch nie). Auch hier beschäftigen wir uns ja seit Jahren mit diesem Thema und haben nicht zuletzt darum vor zwei Jahren unser Unternehmen radikal umgebaut, als wir an einer kritischen Schwelle angekommen waren. Mit guten Ergebnissen. Und wir werden nicht aufhören, sondern auch in 2016 weitergehen. Schritt für Schritt. In einem langen, ruhigen Fluss. Es bleibt also auch 2016 spannend. Und das ist gut so. – Andreas Ollmann (MINISTRY GmbH)

Thomas Eggert (BEGIS GmbH)
Das Jahr 2016 wird für mich persönlich sicherlich ein besonders spannendes Jahr. Zum einen sind wir mit der BEGIS gerade dabei, weitere neue Produktfeatures zu entwickeln und produktiv zu setzen. Wir sind gerade im HR-Bereich der Meinung, dass es noch viele Möglichkeiten gibt, Prozesse digital zu unterstützen und effizient zu betreiben.

Zudem anderen werde ich auch mit unserem neuen Projekt, der SiiWii GmbH im ersten Halbjahr 2016 online gehen und verändern damit den Recruiting-Markt komplett. Da sind wir natürlich gespannt, wie diese neue Idee vom Markt aufgenommen wird und ob und wie schnell wir unsere gesteckten Ziele erreichen. Zur SiiWii gehen wir in den nächsten 4-6 Wochen in die weitere Kommunikation.

Fachlich hoffe ich, dass wir endlich aufhören, den Personalbereich für alles im Unternehmen verantwortlich zu machen. Ich kann diese Diskussionen schon nicht mehr hören und die ewigen Buzz-Wörter wie Arbeit 4.0, HR 4.0 usw. Sicherlich wird sich einiges in der Arbeitswelt verändern, aber das ist doch schon seit Jahrtausenden so – Veränderung gehört nun einmal dazu. Zudem wird hier nur über einen kleinen Teil der Arbeitswelt diskutiert, denn ich weiß noch nicht, wie die Digitalisierung zum Beispiel des Job des Friseurs, des Metzgers oder bei Pflegeberufen verändert. Aber vielleicht fehlt mir hier einfach die Phantasie. HR selbst muss sich sicherlich mehr Gedanken über die eigene Digitalisierung machen und seine eigenen Prozesse mal überprüfen – denn vor der Kür kommt nun einmal die Pflicht. Das bedeutet für mich, dass HR selbst erst einmal der Vorreiter sein muss, um dann andere Bereiche dabei zu begleiten. Und dass sollte für 2016 der Fokus sein.

Zu diesem Thema werde ich meinen eigenen Blog www.noch-ein-hr-blog.de wesentlich stärker fokussieren – wer über andere Themen lesen will, kann das ja bei den vielen Blogger-Kollegen machen, die in unserer App „HR-Blogger by BEGIS“ vertreten sind. – Thomas Eggert (BEGIS GmbH)

Fazit

Für viele ist das neue Jahr mit Hoffnung verbunden. Man schließt ein altes Kapitel ab und öffnet ein Neues. Die Uhren werden auf Null gestellt. Doch so einfach ist es nicht. Unser Leben richtet sich nicht ausschließlich nach Jahreszeiten und dem Kalender. Warum sollte ich mit etwas abschließen, womit ich grade erst begonnen habe? Daher finde ich das Bild eines ruhigen Flussen von Andreas Ollmann sehr interessant. Auch Tim Weilkiens spricht hier von schleichenden Veränderungen. Es geht nicht um Abschied und Neubeginn.

Womöglich ist das Leben gar nicht so rasend schnell geworden, wie man es uns glauben machen will. Womöglich fällt es uns nur schwerer seinem behäbigen Gang durch all die Ablenkungen des Alltags zu folgen. Meine Ziele orientieren sich an meinen Wünschen und nicht am Kalender. So bleiben die Tage zwischen den Jahren und der Jahresbeginn höchstens um sich dessen wieder bewußt zu werden und neue Wege der Umsetzung zu finden. In diesem Sinne bedanke ich mich bei den Teilnehmern und wünsche ihnen viel Erfolg für Ihre Projekte im Jahr 2016.