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Ergonomie – Warum Sie so arbeiten, wie Sie sitzen!

Ich liebe höhenverstellbare Tische. Das Geräusch, wenn sie nach unten oder oben fahren. Herrlich! Eigentlich sollte jeder so ein Ding im Büro haben. Das allerdings schwer, weil einerseits die Tische ziemlich teuer sind und andererseits eine Zuzahlung über Rentenversicherung schwierig zu bewerkstelligen ist. Dabei kompensiert meist ein verhinderter Krankentag im Betrieb die Anschaffung eines Tisches. Aber selbst wenn es 1-2 Jahre dauert, bis der Nutzen über die Fehlzeiten dargestellt werden kann, gehören ergonomische Büromöbel zu den klassischen Hygienefaktoren eines Unternehmens.

Allerdings wird bei der Einrichtung eines Büros zumeist hoher Wert auf die technische Ausstattung und die besten Arbeitsutensilien gelegt. Doch bekommt die Wahl des optimalen Mobiliars und dessen ergonomisch richtige Einstellung häufig noch viel zu wenig Aufmerksamkeit. Diese Relevanz kann meist auch nicht richtig transportiert werden, weil Tische und Stühle für sich genommen relativ profane Dinge sind. Dabei ist es erwiesenermaßen die einfachste Methode, um die Arbeitsleistung der Arbeitnehmer zu steigern und ergonomisch bedingten Krankschreibungen vorzubeugen.

Das 1×1 der Büroeinrichtung

Das Arbeitsschutzgesetz schreibt eine Reihe gesetzliche Regelungen und Mindestanforderungen vor, wie ein Büroarbeitsplatz eingerichtet sein sollte. Ergonomisch ausgestattete Arbeitsplätze sind somit Pflicht in jedem Unternehmen. Eigentlich. Es gibt klare Richtlinien zum Büromobiliar und seiner richtigen Einstellung. Ja sogar eigens beauftragte Sachverständige laufen zuweilen in Konzernen durch die Räumlichkeiten um sich der richtigen Einstellung der Büromöbel zu versichern. Stühle und Tische, wie zum Beispiel diese, müssen passgenau einzustellen sein.

  1. Der richtige Bürostuhl: Die Sitzhöhe sollte so eingestellt sein, dass die Oberschenkel leicht nach vorne abfallen und die Füße vollen Bodenkontakt haben. Das ist schon schwer genug, weil man sonst dazu neigt, seine Beine zu überkreuzen. Der Rücken sollte festen Kontakt zur Rückenlehne haben. Die wiederum sollte beweglich sein und wechselnde Arbeitshaltungen ermöglichen, dabei aber trotzdem die Wirbelsäule stützen. Auch die Bewegungsfreiheit am Arbeitsplatz sollte ausreichend gegeben sein, das betrifft sowohl den Rollraum um den Bürostuhl als auch die Beinfreiheit. Hier ist also kein Platz für herunterhängende Kabel.
  2. Der Tisch: Die Tischhöhe sollte der Ellbogenhöhe entsprechen. Ist der Tisch nicht höhenverstellbar, sollte der Stuhl darauf eingestellt werden. Dann benötigen kleine Personen eventuell eine Fußstütze. Der Tisch sollte im 90° Winkel zum Fenster stehen. Klar, sonst scheint einem die Sonne ggf. direkt ins Gesicht.
  3. Die Bildschirmposition: Die obere Bildschirmkante sollte mindestens eine Handbreit unter der Augenhöhe liegen, die Sehdistanz zum Bildschirm muss mindestens 60-80 cm zum Bildschirm betragen, bei größeren Monitoren auch mehr. Die ideale Tageslicht-Beleuchtung des Monitors erfolgt von der Seite. Wenn das Verhältnis zum gegeüber sitzenden Kollegen allerdings grade etwas angespannt sein sollte, ist es doch auch mal schön die obere Bildschirmkante über Augenhöhe schieben zu können.

Zudem ist ein gutes Raumklima im Büro wichtig für die gefühlte Behaglichkeit. Die Luftfeuchtigkeit sollte 40 bis 60 % betragen, was mit Hilfe von Zimmerpflanzen oder Luftbefeuchtern erreicht werden kann. Grade im Winter sorgen Heizungen dafür Auch der Schallschutz spielt für die gesunde Arbeitsatmosphäre eine bedeutende Rolle, da akustische Störungen als belastende Hauptstressfaktoren gelten. Nicht zuletzt sollte auf die richtige Beleuchtung geachtet werden. Indirektes Licht, statt direkter Neonbestrahlung ist persönlich mein Favorit.

Was so gar nicht geht!

Sind Arbeitsplätze unpassend und nicht der Person gerecht eingerichtet, können leicht gesundheitliche Beschwerden auftreten. Von Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen durch dauerhaft falsche Haltung über Konzentrationsstörungen bis hin zu Sehstörungen und Stresssymptomen kann eine Vielzahl von Krankheitsbildern auftreten, die allesamt zu Motivationsverlust, Leistungseinbußen oder sogar Arbeitsausfällen führen können. Je länger eine Person an einem falsch eingerichteten Arbeitsplatz arbeitet, umso größer wird das Risiko solcher Beschwerden. Auch fehlende Bewegung im Arbeitsablauf kann uns schaden. Die häufigsten Haltungsbeschwerden entstehen durch sogenannte Zwangshandlungen, also statische Körperhaltungen ohne die Möglichkeit der Bewegung oder Entspannung. Es ist darum ebenfalls wichtig, regelmäßige Bewegungsmöglichkeiten in die Arbeitsabläufe einzuplanen. Ideal umgesetzt, wenn der Drucker am anderen Ende des Flurs steht.

Statistisch gesehen sind die meisten Krankschreibungen von Menschen mit Bürotätigkeiten neben Bewegungsmangel auf falsch eingerichtete Arbeitsplätze zurückzuführen. Nicht zuletzt darum ist Ergonomie ein notwendiger und wichtiger Teilaspekt des betrieblichen Gesundheitsschutzes. Ein Arbeitnehmer kann nur dann seine beste Leistung erbringen, wenn er sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt und das sollte das erste Ziel eines Unternehmens sein. Damit ist Ergnomie einer der Hygienefaktoren der heutigen Arbeitswelt. Was am Ende aber keine Ergonomie sicherstellen kann, ist die Tatsache, dass der Impuls dafür vom Mitarbeiter selber ausgehen muss. Denn ohne auch den Willen dazu, nützt auch der beste Stuhl, Tisch oder Büroraum nichts.