Recruitment Lounge
RecruitmentLounge

Martin Miseré für Staufenbiel.de

Das OutofOffice in München ist wie ein Apartment eingerichtet. Der hippe potenzielle Eigentümer ist allerdings wahrscheinlich grade auf Weltreise oder fädelt einen Millionen-Deal in Taiwan ein. Da er deswegen länger nicht da ist, hat er sein Domizil als Veranstaltungsort hergerichtet und vermietet. So oder so ähnlich stellt man es sich vor, wenn man die Seidlstraße 28 in München betritt. Wie bereits im Vorbericht beschrieben, war ich als Speaker live vor Ort auf der Recruitment Lounge 2016 von Staufenbiel. Mit mir ein bunter Haufen an Menschen, die sich irgenwie alle beruflich mit eben … Menschen beschäftigen.

Was kann ich nun die Recruitment Lounge beschreiben? Vielleicht zunächst das Thema. Es ging im weitesten, wirklich aller weitesten Sinne (wer hätte das gedacht) um Recruitment. Feelgood Management, Insights von Kununu zum Thema Employer Branding und eben meine Insights verwässterten den thematischen roten Faden allerdings dramatisch. Das war aber gar nicht schlimm denn dadurch hatte die Veranstaltung etwas von einem Open Space Format. Alle redeten über die Themen die ihnen persönlich am wichtigsten waren und nutzten die Gesellschaft für Feedback.

Die Vorträge waren ebenfalls sehr unterschiedlich. Natürlich nutzte Staufenbiel die Möglichkeit seine Produkte und Ideen allen voran dem Auditorium vorzustellen. Das war aber nicht irgendwie störend. Man tat das mit einem Augenzwinkern. Die folgenden Vorträge waren sehr interessant, wenn sie auch teilweise eine Art Appell oder tieferen Sinn vermissen ließen. Ganz anders natürlich mein Vortrag, bei dem ich einerseits die Köpfe der Zuschauer erhellte, am Ende Standing Ovations erhielt, um nach der Show nochmal auf die Bühne zu müssen.  Naja, mehr oder weniger.

Persönlich am interessantesten fand ich die den Vortrag von Kununu zum Thema Aufbau eines Employer Brandings. Darin ging es letztendlich um eine Auswertung der Suchanfragen auf kununu.de, welche Benefits von den Website-Besuchern am meisten gesucht werden. Die sich daraus ergebende Rangliste ist erstaunlich solide und ändert sich seit Jahren nur minimal. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice sind demnach die Topthemen für Bewerber auf die ein Unternehmen bei den Benefits seines Brandings achten sollte.

Nach der Abmoderation der Hosts (Björn Sorge & Katharina Schlüter von Staufenbiel) ging es eine Etage nach oben. Dort wartete im strahlenden Sonnenschein bereits der Grillmeister mit einem hübschen kleinen Buffett. Wiederum wurden Getränke gereicht und man kam ins Gespräch. Vieles drehte sich natürlich um Fußball und das anstehende Match der deutschen Nationalmannschaft. Aber auch zu Fachthemen ergaben sich spannende Diskussionen bei Grillgut und Rotwein. Gegen 19 Uhr nährte sich die Recruitment Lounge dann ihrem Ende. Es leerte sich relativ schnell. Hier und dort wurden schnell noch ein paar Visitenkarten ausgetauscht und Hände geschüttelt.

Am Ende eines solchen Events kann man natürlich die Frage nach dem Mehrwert einer weiteren Teilnahme in der Zukunft stellen. Das ist schwierig, weil selbst auf Veranstaltungen mit langer Tradition von Euroforum nicht notwendigerweise ein Zuwachs von Erkenntnis rum kommt. Von daher ist es wahrscheinlich falsch nach einem absoluten Ergebnis zu fragen. Das würde ja bedeuten, dass dieses für jeden Teilnehmer und Speaker gleich verwertbar wäre und das ist unmöglich.

Fazit

RecruitmentLounge

Martin Miseré für Staufenbiel.de

Ich denke die Recruitment Lounge hat in München gezeigt, dass sie Inputs liefern kann. Sie hat gezeigt, dass sie als eine Art Katalysator für den Denkprozess im Recruitment fungieren kann. Das die Organisatoren es verstehen ein Umfeld zu erschaffen, was zur Zusammenkunft einlädt und Menschen gemeinsam in eine bestimmte Richtung denken lässt. Einzig die thematische Fokussierung hätte noch etwas mehr Schärfung gebrauchen können.

Was ich mir in Zukunft wünschen würde, wäre noch mehr Unkonventionalität. Mal etwas zu tun, was so bisher wenige tun. Neben der Zusammenkunft auch Kooperation anzuregen. Einen Weg finden die persönliche Fremdheit der Teilnehmer gegenüber einander einfach verpuffen zu lassen. Statt Namensschilder, Hausschuhe mit Namen.  Statt Catering, selber kochen (Mhh, Recruitment Koch-Event). Statt frontale Beschallung, Gruppenarbeit. Sie verstehen worauf ich hinaus will? Wenn das gelingt, stehen der Recruitment Lounge alle Möglichkeiten offen. Freuen würde es mich.

Written by Stefan Müller
Ich beschäftige mich mit den Themen transformationale Führung, intrinsische Motivation und New Work. Ich erforsche komplexe Arbeitsbeziehungen und werfe einen Blick in die Zukunft des Lebens und der Arbeit. Vernetzen Sie sich gerne mit mir unter @kitp_de auf Twitter!